Ratgeber
Sextoys in die Schweiz bestellen: Zoll, Mehrwertsteuer und was wirklich ankommt
8. November 2024 · 6 min read
Die Schweiz ist eines der wenigen westeuropäischen Länder, das kein EU-Mitglied ist und auch nicht Teil des EU-Binnenmarktes. Das hat direkte Konsequenzen für Online-Bestellungen aus Deutschland, Österreich oder anderen EU-Ländern: Jedes Paket über die Grenze ist formal eine Einfuhr und unterliegt potenziell Zolldokumentation und Mehrwertsteuernacherhebung.
In der Praxis ist es weniger kompliziert als es klingt — aber es gibt einige Punkte, die man kennen sollte.
Was beim Zoll passiert
Die Schweiz erhebt auf Wareneinfuhren ab einem Warenwert von 300 CHF (Freigrenze für nicht-kommerzielle Einfuhren, vereinfacht) die Schweizer Mehrwertsteuer (7,7 % Normalsatz). Unterhalb dieser Grenze werden die meisten Pakete ohne zusätzliche Gebühren durchgelassen.
Für Sextoys liegt der Standardpreis der meisten Produkte unter 300 CHF — was bedeutet, dass typische Einzelbestellungen keine zusätzlichen Zollgebühren verursachen. Bei teuren Produkten (Premium-Wand-Vibratoren, High-End-Silikon-Dildos) oder gebündelten Bestellungen über der Freigrenze kommt Nacherhebung in Frage.
Beschlagnahmungsrisiko: Für legal verkehrsfähige Sextoys (Standard-Vibratoren, Dildos, Plugs, Masturbations-Sleeves) gibt es in der Schweiz kein Beschlagnahmungsrisiko. Die Schweiz hat keine speziellen Importverbote für Standard-Sextoys. Das Risiko konzentriert sich auf Produkte, die nach Schweizer Recht als obszön gelten — eine sehr enge Kategorie, die in der Praxis für Mainstream-Sextoys nicht relevant ist.
Welche Händler liefern gut in die Schweiz
Orion Versand und EasyToys liefern regelmäßig in die Schweiz mit Standard-Zolldokumentation. Die Verpackung ist neutral; die Zollerklärung enthält eine neutrale Produktbeschreibung.
Lovehoney liefert aus europäischem Lager in die Schweiz und hat Erfahrung mit Schweizer Zollformalitäten.
Sinnovator (UK) liefert in die Schweiz — als UK-Händler post-Brexit behandeln sich beide als Drittlandseinfuhren.
Zalando, Amazon.de: Amazon.de kann in die Schweiz liefern; bei Marktplatzhändlern variiert die Zollabwicklung. Amazon-eigene Produkte sind in der Regel problemlos.
Schweizer Händler als Alternative
Für Bestellungen ohne Zollkomplikationen gibt es einige in der Schweiz ansässige Sextoy-Händler:
Ohlala.ch ist einer der bekanntesten Schweizer Sextoy-Händler. Großes Sortiment, Inlandsversand ohne Zollaufschläge, schnelle Lieferung.
Amorana.ch ist auf hochwertige Produkte positioniert, mit gutem Sortiment im mittleren bis oberen Preissegment.
Beate Uhse Schweiz hat eine schweizspezifische Plattform mit Inlandsversand.
Diskrete Lieferung
Neutrale Außenverpackung ist bei allen seriösen Händlern Standard — gilt auch für Schweizer Lieferungen. Die Zollerklärung (die am Paket befestigt ist) enthält eine neutrale Beschreibung wie „personal care device" oder „wellness product". Zollbeamte sehen diese Erklärung; Empfänger sehen nur die Außenverpackung.
Bei Abholung über Paketshop (Post, Migros Pick-up-Punkte) entfällt die direkte Zustellung an die Adresse — diskreteste Option.
Praktische Empfehlung
Für Standardprodukte unter 300 CHF: bestelle bei einem deutschen oder europäischen Händler — das Sortiment ist größer, die Preise oft günstiger als Schweizer Händler, und die Zollabwicklung ist in der Praxis unkompliziert.
Für teure Produkte oder Vielbestellungen: Schweizer Händler nutzen, um Mehrwertsteuer-Nacherhebung zu vermeiden.
Siehe auch: Sextoys nach Österreich bestellen, Sextoys diskret bestellen, Koerpersichere Materialien und Orion vs EasyToys Vergleich.
