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Silikon vs. TPE bei Sextoys: Warum Porosität wichtig ist
23. Dezember 2024 · 7 min
Silikon vs. TPE bei Sextoys: Warum Porosität wichtig ist
Viele günstige Sextoys sind aus TPE. Viele hochwertige Sextoys sind aus Platin-Silikon. Der Preisunterschied ist real — aber er spiegelt einen echten Qualitäts- und Sicherheitsunterschied wider, der nichts mit Marketing zu tun hat.
Was Porosität bedeutet
Porös bedeutet: das Material hat eine mikroskopische Struktur mit kleinen Hohlräumen und Kanälen. Unter einem Mikroskop sieht poröses TPE wie ein Schwamm aus — mit vielen kleinen Öffnungen.
Warum das hygienisch problematisch ist:
In diesen Mikroporen können sich Bakterien, Pilze und Viren einlagern. Beim Waschen mit Seife und Wasser werden die Poren nicht vollständig gereinigt — Seifenlauge erreicht die tief liegenden Poren nicht zuverlässig.
Das bedeutet: Ein TPE-Toy, das benutzt, gewaschen und nach einigen Stunden wieder benutzt wird, kann trotz Waschen Restkeime beherbergen. Bei Penetrations-Nutzung ist das ein reales Hygienerisiko.
Was ist Platin-Silikon?
Platin-Cure-Silikon (kurz: Platin-Silikon) wird durch eine chemische Reaktion mit Platinkatalysatoren hergestellt. Das Ergebnis ist ein Material mit einer vollständig geschlossenen Oberfläche — keine Poren, keine Mikrokanäle.
Das bedeutet:
- Bakterien können nicht in die Oberfläche eindringen
- Waschen mit Seife und Wasser entfernt alle Kontaminanten von der Oberfläche
- Auskochen sterilisiert vollständig (für Teile ohne Motor)
- Die Oberfläche bleibt sauber auch nach vielen Reinigungen
TPE: Günstig, aber porös
TPE (Thermoplastisches Elastomer) ist ein Kunststoff-Gummi-Hybrid. Es ist günstig herzustellen, dehnbar, weich — und porös.
Außerdem: Viele TPE-Produkte ohne klare Materialdeklaration enthalten Phthalate. Phthalate sind Weichmacher, die als endokrine Disruptoren eingestuft sind — sie stören das Hormonsystem. Die EU hat Phthalate in vielen Produkten reguliert, aber im Sextoy-Bereich ist die Regulierung lückenhaft.
Ein weiteres Problem: TPE verschleißt mit der Zeit. Die Oberfläche wird klebrig, brüchig, unangenehm. An diesem Punkt ist das Toy nicht mehr nutzbar und muss entsorgt werden.
Das Fazit: Für welche Nutzung ist was akzeptabel?
Penetrations-Nutzung (vaginal oder anal): Ausschließlich Platin-Silikon, Glas oder Metall. TPE ist für interne Penetrations-Nutzung hygienisch nicht empfehlenswert.
TPE für externe Nutzung mit Kondom: Für einen Masturbator, der immer mit Kondom genutzt wird, ist TPE akzeptabel. Das Kondom verhindert direkten Schleimhaut-Kontakt mit dem porösen Material. Kein Teilen — das Kondom hilft dir, nicht dem nächsten Nutzer.
TPE nie teilen: Geteilte Nutzung von TPE-Toys ohne Kondom ist hygienisch nicht vertretbar.
Wie erkennst du Platin-Silikon?
Bezeichnung: Das Produkt muss explizit als „Platin-Silikon" oder „platinum silicone" deklariert sein. „Silikon" allein kann vieles bedeuten — billige Silikon-Verbindungen können Füllstoffe oder Phthalate enthalten.
Brenntest (informell): Platin-Silikon verbrennt zu weißer Asche und riecht nach verbranntem Haar. Billiges Silikon/TPE schmilzt und riecht nach Plastik. Das ist kein offizieller Test, aber eine grobe Orientierung.
Markenreputation: Bekannte Marken wie Tantus, Fun Factory, Lelo, We-Vibe, Bad Dragon und andere Premium-Hersteller deklarieren explizit Platin-Silikon und haben Community-Reputation zu verlieren, wenn die Materialangaben falsch sind.
Körpersichere Alternativen zu TPE
Für Dildos und Vibratoren: Platin-Silikon, Borosilikat-Glas, Edelstahl.
Alle günstiger als du denkst: Tantus-Dildos aus Platin-Silikon beginnen bei ca. 30–40 EUR. Das ist kein Luxus-Segment.
Alle Toys bei Measured Pleasure mit Materialfilter.

